Michi's LivingRoom

Im Jahr 2003 hatte ich die Idee, kunsttalentierten Menschen, die sich mit ihrem Talent nicht aus ihrem eigenen Wohnzimmer trauen, einen Lebensraum zu geben, um sich künstlerisch "auszuleben" . . .

 

. . . und das mit Wohnzimmer-Charakter, ohne Bühne, ohne Mikros, ohne Verstärker und vor einem überschaubaren Publikum. Das Ganze bei freiem Eintritt, freien Getränken & Snacks - und lediglich einem kleinen Spendenkorb.

 

Also wurde erstmals am Samstag, 3.Mai 2003 ein Veranstaltungsraum in der Münchner Wohnsiedlung Borstei angemietet und mit einem alten Sofa nebst Stehlampe und Nostalgie-Radio, Teppichen und Couchkissen zum gemütlichen Wohnzimmer umgestaltet.

 

Am Anfang war es schwierig, "Hobby-Künstler" zum Mitmachen zu bewegen. Die Hemmschwelle war wohl immer noch zu groß?!  Dennoch konnte ich am Abend in meinem Wohnzimmer neben meiner Schwester Sabine, drei Verwandten aus Landshut und einem guten Freund noch ein weiteres Ehepaar als Premieren-Darbieter begrüßen. Das war ausreichend, um vor dem kleinen Publikum von damals ca. 18 Personen "Programm" zu machen.

 

So veranstaltete ich ein- bis zweimal pro Jahr meinen "LivingRoom" - meistens im Frühjahr und im Spätherbst. Und siehe da: Von Mal zu Mal trauten sich immer mehr Darbieter aufs Sofa, immer mehr Gäste füllten den Raum, die Abende wurden länger, es sprach sich immer weiter herum . . .

 

. . . und bald nahmen zwischen den größtenteils Hobbykünstlern auch immer mehr Berufskünstler, wie die Jazz-Saxophonistin  Carolyn Breuer oder der Autor / Kabarettist / Musiker / Schauspieler  Moses Wolff auf dem Sofa Platz. Carolyn Breuer und Sabine Bohlmann (Autorin / Schauspielerin / Synchronsprecherin) präsentierten hier erstmals einen Auszug aus ihrem gemeinsamen Werk und Jazzical "Der kleine Erdbär".

 

Der Diavortrag "Mit dem Motorrad über die Anden" (Teil I + II) von Britta und Erich Lorenz war ebenso faszinierend wie lehrreich. Und Sabine's "Mit-mach-Hörspiele" wurden vom Publikum begeistert angenommen.

 

Auch bildende (Hobby-)Künstler bereicherten die "LivingRoom"-Wände immer wieder mit ihren unterschiedlichsten Werken.

 

Jede Darbietung war ein Erlebnis für sich. Ich erinnere mich nicht nur an die vielen Kuriositäten der letzten Jahre, wie z. B. die XXXL-Mundharmonika von Helmut Sigl oder den D-Bock-Dudelsack von Felix Bergauer. Ich sehe noch unseren Jürgen Schneider (+) auf dem Sofa sitzen und höre ihn mit seiner Holz-Nasenpfeife die "Titanic"-Titelmelodie spielen. Nostalgieflair brachten uns nicht nur die beiden Ragtimer von "Die Autobahnkapelle" oder mein altes Grammophon, sondern auch unser "Königl. bayr. Hofkinematographiker" Herbert Lipah mit seinem historischen Filmvorführapparat.

 

Ein absolutes Highlight waren die beiden Jubiläumsveranstaltungen zum 10. und 15. "LivingRoom". Hierzu stellten uns meine Cousine Martina und ihr Mann Martin ihr gesamtes Anwesen in Gaißach bei Bad Tölz zur Verfügung. So wanderten Sofa und Stehlampe ins Heustadl über dem sommerfreien Kuhstall. Unzählige Heuballen wurden von Martin in künstlerischer und körperlicher Hochleistung zur Bühne bzw. zu mehrstöckigen Tribünen umgewandelt. Atmosphäre = GigaGroovieGriabig ! ! !

 

Zu den Jubiläumsveranstaltungen kamen jeweils um die 100 Gäste inkl. Darbietern, wie dem Unplugged-Trio "B3" (Bettina, Bärbel, Bernhard), dem spontan gegründeten "Chidi & Children PercussionProject", dem bayr. Liedermacher-Duo "Zwoa Bier" und vielen weiteren. Am Hofplatz gab es fantastische OpenAir-Gigs von der Band

"Rob Brosco" (Alternative / Indie / Rock), dem Country-Sänger "Chris Lezard" und seinem Sohn Flo Dressel (Drum-Solo).

 

Die 18. Ausgabe am 31.12.2013 war gleichzeitig ein "Silvester-LivingRoom" mit festlicher Dekoration, "Dinner-for-one"-Filmvorführung, Mitternachtssekt und Feuerwerk.

 

Die 20. (Jubiläums-) Ausgabe wurde im "Zehentstadel" München-Obermenzing am 30.05.2015 veranstaltet und ging mit ca. 20 Darbietern und zwei längeren Büfett-Pausen wieder einmal von Mittag bis in die Nacht.

 

Spätestens nach dem 21. "LivingRoom" Ende November 2015 war klar:

Die Darbieteranzahl muss begrenzt werden !!! Ebenso darf die gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre durch immer größere Veranstaltungsräume und hinzukommende Verstärkeranlagen nicht verloren gehen.

 

Veränderungen sind also notwendig und werden überdacht . . .

 

. . . von "LivingRoomer" Michi

 

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An dieser Stelle tausend Dank an meine zuverlässigen Helfer der zurückliegenden 13 "LivingRoom"-Jahre, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre:

 

. . . meine Eltern, Heidi & Detlev Bohlmann  -  Catering / Auf- und Abbau

. . . mein Schwager, Andreas Rümmelein  -  Sofa-Verleih / Auf- und Abbau

. . . unsere Hilfsengerl Robert Stang, Eva & Helmut Garke  -  Auf- und Abbau 

. . . unser Hobby-Koch, Thorsten Philipps  -  Chili & Co.

 

. . . und allen nicht genannten, die uns gelegentlich beim Auf- und Abbau geholfen haben oder die unser Büfett mit ihren Beiträgen bereichert haben.

 

Stand: Januar 2016

 

an einem montag kam ich

als mensch in münchen auf die welt und lebe hier im stadtteil moosach als mann, musiker, mundart-texter, märchenerzähler und moderator diverser kulturveranstaltungen